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Depotübertragungen

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Depotübertragungen

Änderung des Beginns der einmonatigen Meldefrist im Erbfall- Achtung auf fristgerechte Meldungen!

Werden Wertpapiere unentgeltlich von Todes wegen zugewendet, ist der Erbe meldepflichtig und muss den Depotübertrag seinem Wohnsitzfinanzamt melden. Begann bisher die Monatsfrist bei unentgeltlichen Übertragungen auf ein Depot eines anderen Steuerpflichtigen mit dem Tag der Einantwortung, beginnt nun nach dem ESt Wartungserlass 2019 die Frist wie auch bei den übrigen Fällen der Depotübertragungen ab dem Zeitpunkt zu laufen, sobald die Wertpapiere tatsächlich auf das Zieldepot übertragen wurden.

Grundsätzlich sind bei Depotübertragungen Meldepflichten zu beachten, um eine Steuerpflicht der noch nicht realisierten Wertzuwächse zu verhindern.
Depotübertragungen werden im EStG grundsätzlich als fiktive Veräußerung behandelt, sind daher steuerpflichtig und werden in Höhe der eingetretenen Wertsteigerung besteuert. Unter gewissen Voraussetzungen bestehen jedoch Ausnahmen von der Steuerpflicht.
Werden Wertpapiere von einem inländischen Depot auf ein anderes inländische Depot desselben Steuerpflichtigen bei derselben depotführenden Stelle übertragen, so gilt die Entnahme als nicht steuerpflichtig.
Werden Wertpapiere von einem inländischen Depot auf ein anderes inländisches Depot desselben Steuerpflichtigen bei einer anderen inländischen depotführenden Stelle übertragen, so gilt die Entnahme dann nicht als steuerpflichtig, wenn der Steuerpflichtige die übertragende depotführende Stelle beauftragt, die Anschaffungskosten der Wertpapiere mitzuteilen.
In folgenden Fällen ist eine Meldung an das zuständige Finanzamt erforderlich, um die Steuerfreiheit der Depotübertragungen zu gewährleisten:

  • Bei Übertragung von Wertpapieren von einem inländischen Depot auf ein ausländisches Depot desselben Steuerpflichtigen bei einer ausländischen depotführenden Stelle, muss der Steuerpflichtige die übertragende depotführende Stelle beauftragen, dem zuständigen Finanzamt diese Übertragung zu melden.

  • Werden Wertpapiere von einem ausländischen Depot auf ein anderes ausländisches
    Depot desselben Steuerpflichtigen übertragen bzw. bei der unentgeltlichen Übertragung
    einer ausländischen depotführenden Stelle auf ein Depot eines anderen Steuerpflichtigen, muss der Steuerpflichtige selbst die Meldung an das Finanzamt
    vornehmen.

  • Das Gleiche gilt auch, wenn Wertpapiere von einem inländischen Depot auf ein Depot eines anderen Steuerpflichtigen unentgeltlich übertragen werden. Auch hier muss der
    Depotinhaber dem zuständigen Finanzamt die Übertragung melden.

  • Schließlich trifft auch den Steuerpflichtigen die Meldepflicht an das Finanzamt, wenn Wertpapiere von einem ausländischen Depot auf ein inländisches Depot desselben Steuerpflichtigen bzw. eines anderen Steuerpflichtigen übertragen werden.

Die Meldung muss den Namen des Steuerpflichtigen, seine Steuer- oder Sozialversicherungsnummer, die übertragenen Wirtschaftsgüter sowie deren Anschaffungskosten enthalten. Gegebenenfalls ist jene Stelle mitzuteilen, auf welche die Übertragung erfolgt.

Werden die Meldungen nicht innerhalb der Monatsfrist vorgenommen, gelten die Depotübertragungen als Veräußerungen und lösen daher eine Steuerpflicht für nicht realisierte Wertzuwächse aus. Somit ist die Meldung ein wichtiger Bestandteil von Depotübertragungen und sollte nicht übersehen werden.